Frühjahrsmüdigkeit macht produktiv! Glaubt ihr nicht? Aber ja doch!

Frühjahrsmüdigkeit macht produktiv! Glaubt ihr nicht? Aber ja doch!
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Oftmals muss man banale Feststellungen treffen: Schlafen ist das Gegenteil von Wach-Sein. Schreiben ist das Gegenteil von gemütlich auf der Couch „chillen“ und Nichts-Tun. Passivität ist das Gegenteil von Aktivität. Und es gibt Momente, in denen überkommt mich der Gedanke, statt schreiben lieber schlafen zu wollen. Obwohl ich schreiben sollte. Und obwohl ich gerne schreibe. Dann ist die Frühjahrsmüdigkeit wieder mal bei mir voll angekommen. Und dann ist auch die Zeit, in der ich das Verhältnis von Passivität und Aktivität ganz bewusst überdenken muss. Weil alles doch nicht so einfach ist, wie man sich das gemeinhin so vorstellt.

Wenn ich richtig müde bin, dann kann ich kaum einen gerade Satz schreiben. Dann muss ich mich ausruhen, um wieder aktiv und konzentriert sein zu können. Das zeigt aber auch an, dass das Verhältnis in Gegensätzen so nicht wirklich zu denken ist. Es gibt eine Wechselwirkung. Die Passivität spielt auch in meiner Aktivität eine große Rolle. Wenn ich ausgeruht bin, dann habe ich eine Ruhe und Gelassenheit, die mich, paradoxerweise, aktiver sein lässt. Wenn ich die Dinge gelassener angehe, dann bringe ich mehr weiter.

Wenn ich gestresst und mit einem Übermaß an Aktivität an Projekte und Aufgaben herangehe, dann kommt letzen Endes nicht wirklich viel dabei heraus. Meine These also: Man muss auch eine gewisse Müdigkeit in seine Wachheit Einzug halten lassen. Wer mit fast traumwandlerischer Sicherheit seine Aufgaben erledigt, der ist nach getaner Arbeit nicht erschöpft, sondern in einem Zustand der Wachheit und des Glücklich-Seins. Meine Erfahrungen deuten jedenfalls darauf hin, dass es so oder so ähnlich funktionieren würde.

Pünktlich mit dem Frühling kommt auch die Frühjahrsmüdigkeit...

Pünktlich mit dem Frühling kommt auch die Frühjahrsmüdigkeit…

Frühjahrsmüdigkeit kann produktiv machen! Ihr müsst nur wissen wie…

Da frage ich mich doch einfach mal unweigerlich: Wie schaut es in dieser Hinsicht mit der derzeit viel beschworenen Frühjahrsmüdigkeit aus? Lässt sich auch diese produktiv nutzen? Ich denke ja. Wenn wir wieder bewusst Müdigkeit in unser Leben Einzug halten lassen. Das hat natürlich erstmals und überhaupt gar nichts mit Trägheit oder Faulheit zu tun. Das hat vielmehr damit zu tun, dass wir uns immer mal wieder kurze Ruhephasen gönnen.

Mal ein bisschen vor dem Laptop einschlafen? Warum eigentlich nicht?

Mal ein bisschen vor dem Laptop einschlafen? Warum eigentlich nicht?

Augenblicke, in denen wir nichts tun. Im besten Falle noch nicht einmal nachdenken. In solchen Phasen, in denen ich meine Gedanken nicht bewusst ordnen und strukturieren möchte, meine anstehenden Aufgaben nicht bewusst und forciert in eine sinnvolle Reihenfolge bringen will, ordnet sich das allermeiste wie von selbst. In dem Moment, in dem ich „loslasse“, lösen sich die vielen Knoten in meinem Kopf und alles fügt sich fast wie von selbst. Die Reihenfolge stimmt, die Prioritäten kristallisieren sich heraus.

Ja, natürlich gibt es Erklärungen für die Frühjahrsmüdigkeit. Und natürlich kann man sie auch bekämpfen. Aber ich plädiere vielmehr auch dazu, sie bewusst zuzulassen und sich mit den produktiven Seiten der Frühjahrsmüdigkeit zu beschäftigen! Müdigkeit muss nicht zwangsläufig als ein schlechter Zustand verstanden werden.

Lassen wir die Müdigkeit bewusst in unseren Alltag und in unsere Produktivität Einzug halten! Überlegen wir uns verstärkt, wie wir schlafen! Beschäftigen wir uns auch mit Zirbenholz und mit deren Wirkung, wenn es um den Schlaf geht. Offenbar wacht man dann ja entspannter auf, schließlich hat man sich ja ein paar Herzschläge in der Nacht mal so im Vorbeigehen kurzerhand gespart.

Wir sollten uns also nicht vor der Frühjahrsmüdigkeit fürchten. Wir sollten sie zu unseren Gunsten nützen! Schließlich ist auch längst erwiesen, dass, wenn man etwas müde ist, das Gehirn auf die etwas ungewöhnlicheren Regionen des eigenen Wissens zurückgreift. Sprich: dezent müde Menschen sind origineller und irgendwie auch kreativer. Der allzu wache macht nur allzu oft Dienst nach Vorschrift und arbeitet in seinem Effizienz-Denken einfach die nahliegenden Dinge und Ideen ab.

Seien wir also müder! Freuen wir uns auf die Frühjahrsmüdigkeit! Für mich kann sie gar nicht lange genug dauern…